AStA-Kandidatur der Fachschaftszelle Philosophie/Streitblatt-Fraktion

Warum eine voll kritische Studierendenvertretung den Kapitalismus erst so richtig am Leben erhält

I. Die scheinbare Selbstverständlichkeit studentische Interessen zu vertreten tragen wir nicht mit. Die Vertretung spezifisch studentischer Interessen kann dem grundsätzlichen Mangel, dem sie entspringen, nicht abhelfen.

II. Wer unter Fachschaftsarbeit das Anbieten von Serviceleistungen versteht, arbeitet als kostenlose Hilfskraft des Universitätsbetriebs und ermöglicht dadurch nicht nur weitere Kürzungen, sondern unterstützt auch Form und Inhalt der herrschenden Lehre.

III. Aufzuweisen ist die kapitalistische Bedingtheit der Situation an den Hochschulen und die Orientierung der Hochschulstrukturen an diesem Zweck (beispielsweise läßt sich der Versuch, Wissenschaft in Studiengänge, also übersichtliche, systematisch aufgebaute Ausbildungspläne zu bringen, nur auf diesem Hintergrund verstehen).

IV. Im vorgefundenen Unibetrieb wollen wir uns die Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, die wir brauchen, um mit dieser Welt fertig zu werden; und zwar im vollen Bewußtsein dessen, daß was wir lernen wollen nichts mit dem zu tun hat, was wir nach Prüfungsordnung lernen sollen.

V. Der an der Universität betriebenen bürgerlichen Wissenschaft wollen wir nicht abstrakt kritisch gegenüberstehen, wie das unter modernen Studikern schwer in Mode ist, sondern sie konkret nach ihrer Sache, ihren Zwecken und Mängeln überprüfen und beurteilen.

Programm: Studierendenvertretung ist Blödsinn. Darum: Abschaffung aller studentischen Ambitionen.

Ziele: Abschaffung der Universität, Geld und Räume sinnvoll nutzen.

Wie die Bedingungen der Studierenden den Ansprüchen und Erfordernissen der kapitalistischen Gesellschaft besser entsprechen können, überlassen wir gerne Monika Holmeier. Wir sind eher der Meinung, daß die Kritik des Kapitalismus auf ganz was anderes hinausläuft: Nämlich die Kaderschmiede des deutschen Imperialismus konsequent zu boykottieren den daran verzweifelnden ein sozialistisches Studium zu ermöglichen das auf die Abschaffung des Kapitalismus auf wissenschaftlicher Grundlage abzielt. Eine bessere Bildung in Bayern wollen wir ebensowenig wie eine bessere Organisation der Bürostunden zur besseren Verwaltung der Studierenden zur optimalen Kapitalakkumulation


Streitblatt - webmaster@streitblatt.de - Letzte Änderung: 11. Maerz 2000.