Friedensbewegung bekriegt Amerika und Slawen!!!

Der Hauptfeind steht im eigenen Land und heißt deutscher Imperialismus" - so lautete die Erkenntnis von Rosa Luxenburg und Karl Liebknecht.schon zur Zeit des 1. Weltkriegs. Zwar stimmen da viele Linke verbal zu, doch bleibt dies eher Lippenbekenntnis.Denn nachweisbar in Theorie und Praxis war dies bei der revisionistischen, reformistischen und Teilen der sich revolutionär nennenden Linken nicht der Fall.

Ansonsten wäre das vermeintliche Umfallen im Ernstfall, also dem Kriegsfall nicht zu verstehen.Dies zeigt sich bei der Bewilligung der Kriegskredite durch die SPD im 1.Weltkrieg bis heute bei dem Verhalten der SPD/ Grünen bei den Kriegen gegen Jugoslawien.

Auffällig ist, daß die 68er vor allem die USA kritisierten. Die USA waren Hautgegner, da sie ja auch am offensichtlichsten den Krieg in Vietnam und die Völker der 3. Welt führten.Dennoch wäre es Aufgabe einer Linken gewesen, den eigenen Imperialismus zu kritisieren und dessen Unterstützung bei den Kolonialkriegen. Sei es die Logistik, sei es die Interessen des eigenen Imperialismus aufzuzeigen, z.B. warum wollte Strauß keine deutsche Truppen nach Vietnam schicken? Das erschien ja im ersten Moment als friedensbewegt, fragte man sich nicht: Warum ist er dagegen?

Da er die Hauptfront in Europa sah, einen Schlußstrich unter die Verbrechen der Hitlerwehrmacht noch nicht für machbar hielt und daher zur selben Zeit den Aufbau einer europäischen Atommacht bei einem Treffen von Industriellen in Turin forderte. Demgegenüber reiste Bundeskanzler Erhardt in die USA und plädierte: 50 000 Bundeswehrsoldaten nach Vietnam gegen einen deutschen Finger an Atomwaffen, was die USA wegen genügender Erfahrungen mit dem deutschen Imperialismus auch umgehend ablehnten.

Stattdessen wurden die USA von der Vietnamkriegsbewegung als "faschistisch" geoutet und somit schon damals ein Gutteil der Vergangenheitsbewältigung auf die USA abgewälzt. Ebenso kaum erstaunlich ist, daß etwa Großbürgersohn Debray, der Seite an Seite mit Che Guevara in Bolivien kämpfte im besten gaullistischen Sinne den Hauptfeind in den USA sah, nicht etwa als französischer Linker im französischen Imperialismus. Daher ist es kaum verwunderlich, daß nach seiner Verhaftung selbst De Gaulle die französische Öffentlichkeit mobilisierte und Debray in den 80er Jahren zu Mitterrands Politberater aufstieg und sein berühmtes Buch "Europa zwischen den Großmächten" schrieb. Schon hier zeichnete sich der Wunsch nach einer Großmacht Europa ab, der gegen die USA und die Sowjetunion weltweit aktionsfähig werden solle.

Der Antiamerikanismus diente also, wie auch das (Pan)Europäertum zur Restauration eines Nationalismus - sowohl des deutschen, wie auch des französischen. Europäisch - bedeutete da der vorerste deutsch-französische Schulterschluß gegen USA und Rußland. Da vor allem Deutschland wirtschaftlich im Windschatten von Korea- und Vietnamkrieg, wie auch US-Atomschild einen beispiellosen Aufstieg samt "Wiedervereinigung" feierte, ist nun die Zeit vorbei, wo man noch "Juniorpartner", "Bananenrepublik Deutschland", "Besatzungsohnmacht", u.ä. sein will! Alles also Titel, mit denen die Friedensbewegung der 80er Jahre schon amerikanische Vorherrschaft kritisierte. Deutschland war da immer zu schwach, unterdrückt, ein Opfer. Die Beseitigung dieses Zustandes war das dahintersteckende Ziel.

Sollte 68 selbst mal an die Macht kommen, dann gelte es Europa voranzutreiben, dem die Attribute sozial-ökologisch-friedlich-kulturell beigegeben wurden, da die USA in all diesen Bereichen ja wohl hinreichend diskreditiert waren. So ist der Kampf um die Vorherrschaft um vorgegebene Menschenrechte, zu einem Kampf um Hegemonie zwischen USA und Europa geworden, bzw. zwischen Deutschland und den USA, die auch auf kriegerischem Wege als Vorreiter eigener Machtansprüche beim Kampf um Einflußsphären auftreten.Daß die Europäer sich da zivilisatorisch gegenüber US-Cowboys (Waffen, Hollywoodschundimperialismus und Todesstrafe), wie auch gegenüber slawischen Despoten als zivilisatorisch überlegen geben, begründet also einen Führungsanspruch, der zukünftig ­ da erstarkt - auch mit Feuer und Schwert durchgesetzt werden will. Antiamerikanismus ist also keineswegs zu verwechseln mit Antiimperialismus, sondern deckungsgleich mit Interesse an Restauration eines deutschen Nationalismus, der sich europäisch gibt..

Daher werden auch Pazifisten unter gegebenen Konstellationen zu Bellizisten. Eigentlich: Sie waren es schon immer!

Dabei ist es auffällig, daß immer nur die Kleinheit, die Machtlosigkeit, die Unbedeutenheit, die militärische Schwäche, etc. Deutschlands, bzw. Europas herausgestrichen wird. Daß die militärischen Potentiale der BRD, wie auch Japans von den USA da als bedrohlich eingeschätzt werden, dafür sprechen schon die Defense Guidelines 1992/93, in denen die USA vor den hochgerüsteten Atomwaffenmächte BRD und Japan warnen, wie auch die Verhinderung eines solchen Zustands anvisieren (durch Zugeständnisse in anderen Bereichen). Auch in Henry Kissingers "Diplomacy" (deutsch: "Die Vernunft der Nationen) wird nicht nur die VR China und Rußland als bedrohliche Zukunftsmächte geschildert, sondern ebenso Japan und Deutschland. Nicht anders sieht dies auch der ehemalige US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski in seinem Buch "Die einzige Weltmacht".

Wohl um seine Verbündeten zu beruhigen, wie auch die Ausgaben für einen zukünftig starken deutschen Militarismus zu fördern, gibt sich die BRD als kleines Würstchen, das zwar an "Verantwortung" und Bedeutung zugenommen habe, aber halt ein politischer, letztendlich: militärischer Zwerg sei. Dadurch wird die Stimme des Volkes angeheizt, die eine derartige Standortschwäche, schleunigst beseitigen möchte.

De Guo/Zhu Yi


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