Elite

Wie unterscheidet sich eine Elite von dem, dessen Elite sie ist? Die einfache Antwort ist, daß eine Elite zwar nichts anderes macht als alle anderen in der Gemeinschaft deren Elite sie ist, dies aber besser oder ausschließlicher tut.

Ein Beispiel sind mexikanische Psylos. Sie schmecken zwar nach Pilz wie alle anderen Pilze, wirken aber dennoch pilziger als die meisten. Die Psylos sind eine Elite unter den Pilzen insofern man Pilze nicht benutzut um sich davon zu ernähren. Wenn man Pilze benutzt um satt zu werden, dann sind Steinpilze eine Elite. Wir sehen hier, daß es stets davon abhängt, welchen Zweck eine Gesellschaft erfüllt, oder unter welchem sinologischen Aspekt sie betrachtet wird, wenn es darum geht zu entscheiden welches Individuum zur Elite gehört und welches nicht. Da uns aber die Pilzgesellschaft nur am Rande interessiert, wählen wir ein Beispiel aus der Menschengesellschaft: Soldaten.

In der Geschichte haben sich Soldaten immer wieder als zweckmäßig erwießen. Aktuell werden deutsche Soldaten eingesetzt um das Menschenrecht durchzusetzen. Welchen menschlicheren Zweck gibt es, als das Menschenrecht wahrzunehmen - wozu wohl auch das durchsetzen desselben gehört, falls es verletzt wird? Wohl keinen. Hier sind wir nun beim Zweck des Menschen. Sein Zweck ist auf jeden Fall irgendwo in den Möglichkeiten zu realisieren, die das Menschenrecht gewährt. Ansonsten wäre es kein Menschenrecht.

Am Beispiel der Soldaten werden wir nun sehen, was Elite ist und was nicht. Der einfache Wehrdienstleistende gehört sicher nicht zu dem, was man meint wenn man von "Elitesoldat" oder "Eliteeinheit" redet. Schon eher ein Fernspäher. Fernspäher werden normalerweiße weit hinter der Front, im feindlichen Gebiet aus Flugzeugen geschubst und haben den Auftrag den Feind auszuspähen und unabgehört über Funk Auskunft zu geben wie die Lage ist. Klar, daß ein Fernspäher alleine auskommen muß und nicht gesehen werden darf. Ein Fernspäher braucht also Kenntnisse im Umgang mit komplizierten Funkgeräten, muß sich tarnen und verstecken können, darf mit dem Fallschirm nicht in irgendwelchen Bäumen hängen bleiben, muß Zuversicht in den millitärischen Erfolg der eigenen Partei oder Selbstmordgelüste haben, und muß sich wochenlang von Würmern und Unkraut ernähren können. Ein einfacher Soldat dagegen muß nur mit seinem Gewehr schießen können und Befehlen gehorchen. Für einen Fernspäher wäre das ein Sonntagsspaziergang. Er gehört zur Elite der Soldaten.

Nutzt uns diese Betrachtungsweise was? Nein. Ganz klar Themenverfehlung. Es geht hier nicht um Würmerfresser, sondern um Eliten.

Eliten machen, anders als die oben gegebene Antwort suggeriert, wohl etwas anderes als die Gesellschaft deren Elite sie sind. Eliten haben Orgien mit Kokain und nicht mit Speed. Eliten fressen keine Pillen, sie pudern sich die Nase. Eliten sind keine Fernspäher, sie sind Generäle. Eliten kommen nicht in den Knast, sie bauen Gefängnisse. Eliten arbeiten nicht, sie kaufen Arbeit.

Was nutzt uns das? Wieder nichts. Warum der ganze Scheiß? Wegen nichts.

Wir brauchen keine Elite. Unser Hunger reicht vollkommen!

Stefan Groß


Streitblatt - webmaster@streitblatt.de - Letzte Änderung: 9. Januar 2000.