Umschlagszeit und Umschlagszahl

Die Umschlagszahl misst die Geschwindigkeit der Kapitalverwertung. Je öfter der Kapitalwert Zirkulations- und Produktionssphäre durchläuft, desto besser verwertet sich das Kapital.

►Zum Unterschied vom ersten und zweiten Abschnitt: Der erste Abschnitt untersucht, wie das Kapital welche Formen durchläuft und wodurch es in seiner Verwertung gehindert wird, wenn es in einer seiner Formen fixiert bleibt. Der zweite Abschnitt untersucht die verschiedenen Umschlagsweisen verschiedener Kapitalteile, die sich entsprechend ihrer Bestimmungen besser oder schlechter verwerten.

»Im ersten Abschnitt dieses II. Buchs wurden die verschiednen Formen betrachtet, die das Kapital in seinem Kreislauf annimmt, und die verschiednen Formen dieses Kreislaufs selbst. [...]

Im zweiten Abschnitt wurde der Kreislauf als periodischer, d.h. als Umschlag betrachtet. [...]In der Tat, wenn im ersten Abschnitt hauptsächlich betrachtet wurden die sukzessiven Formen, die das Kapital in seinem Kreislauf beständig annimmt und abstreift, so im zweiten Abschnitt, wie innerhalb dieses Flusses und Sukzession von Formen ein Kapital von gegebner Größe sich gleichzeitig, wenn auch in wechselndem Umfang, in die verschiednen Formen von produktivem Kapital, Geldkapital und Warenkapital teilt, so daß sie nicht nur miteinander abwechseln, sondern verschiedne Teile des gesamten Kapitalwerts beständig in diesen verschiednen Zuständen sich nebeneinander befinden und fungieren.« (S.353)

(1)    »Die gesamte Zirkulationszeit eines gegebnen Kapitals ist gleich der Summe seiner Umlaufszeit und seiner Produktionszeit. Es ist der Zeitabschnitt von dem Augenblick des Vorschusses des Kapitalwerts in einer bestimmten Form bis zur Rückkehr des prozessierenden Kapitalwerts in derselben Form.« (S.154)

(2)   G…G’ zeigt den Einfluss des Umschlags auf die Mehrwertbildung, P…P auf die Produktbildung. Die Form W…W’ ist nicht geeignet diesen Einfluss zu untersuchen.

i)       »Der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion ist stets Verwertung des vorgeschoßnen Werts«, egal ob der nun in Geldform vorgeschossen wird oder als Ware; im zweiten Fall ist die Wertform dann im Preis nur ideell selbständig.

In G…G’ und P…P fungiert der vorgeschossene Wert als Kapitalwert – verwertet sich also gemäß seines Zweckes ‑ und kehrt zu seiner ursprünglichen Form zurück, im zweiten Fall indem es die Produktionselemente Pm und A sind, die sich verwerten.

ii)      Der Zweck der Reproduktion ist, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren.

P…P ist die wirkliche Erneuerung, G…G’ ist die nur mögliche. In beiden Fällen beginnt der Kreislauf wieder mit dem vorgeschossenen Kapitalwert in der ursprünglichen Form. In W’…W’ dagegen beginnt der Kreislauf mit dem bereits verwerteten Wert. Diese Form »ist wichtig für den dritten Abschnitt, wo die Bewegung der Einzelkapitale im Zusammenhang mit der Bewegung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals aufgefaßt wird. Sie ist dagegen nicht zu benutzen für den Umschlag des Kapitals, der stets beginnt mit dem Vorschuß von Kapitalwert, sei es in Form von Geld oder Ware, und stets die Rückkehr des kreisenden Kapitalwerts bedingt in der Form, worin er vorgeschossen war.« (S.155)

(3)   »Der Kreislauf des Kapitals, nicht als vereinzelter Vorgang« (war Abschnitt I), »sondern als periodischer Prozeß bestimmt, heißt sein Umschlag« (Gegenstand des zweiten Abschnitts). »Die Dauer dieses Umschlags ist gegeben durch die Summe seiner Produktionszeit und seiner Umlaufszeit. Diese Zeitsumme bildet die Umschlagszeit des Kapitals.« (S.156f)

Die Umschlagszeit u unterscheidet sich in den verschiedenen Produktionszweigen.

Die Maßeinheit U des Kapitalkreislaufs ist traditionell das Jahr.

Die Zahl der Umschläge beträgt: