Kreislauf des Warenkapitals

(1)    W’ erscheint als Voraussetzung der Kreisläufe I und II.

(2)   Die Gesamtzirkulation eröffnet den Kreislauf.

Weder wird die Zirkulation durch die Produktion, noch die Produktion durch die Zirkulation unterbrochen.

(3)   Der Kreislauf W’ … W’ schließt den Kreislauf des Mehrwerts ein.

In G…G’ und P…P war die Form, in der das Kapital in der Endform erzeugt war, verschwunden.

(4)   Die Kreisläufe der Einzelkapitalien verbinden sich.

W ist die Form eines anderen industriellen Kapitals, für das sich der Akt W’ ‑  G’ als G – Pm darstellt.

A und Pm sind Waren für ihre Verkäufer, aber nur Pm kann für den Verkäufer Kapital sein.

(5)   W’ ist Produkt der Funktion von P bezüglich des Gebrauchswerts und Kapitalwert P + m bezüglich des Werts.

Das Warenprodukt ist trennbar; ein Teil des Kapitalwert kann daher schon als W fungieren, noch ehe W’ als Ganzes realisiert ist.

(6)   »Läßt er sich bei dem Handel auf die Wertzusammensetzung ein, dann nur mit der heimtückischen Absicht nachzuweisen, daß das Pfund unter 1 sh. verkauft werden könne und der Verkäufer dabei immer noch ein gutes Geschäft machen werde. Das Quantum aber, das er kauft, hängt von seinen Bedürfnissen ab« (S.95)

Das Verhältnis, in dem sich der Wert spaltet, existiert nur im Kreislauf des erzeugenden Kapitals.

A und Pm haben mit diesem Verhältnis nichts zu tun.

(7)    

i)       In G…G’ war die Wiederholung des Kreislaufs nur der Möglichkeit nach gegeben.

ii)      In P…P zeigt sich nicht die Verwertung als Zweck der Produktion.

»Sie macht es deshalb der klassischen Ökonomie um so leichter, von der bestimmten kapitalistischen Form des Produktionsprozesses abzusehn und die Produktion als solche als Zweck des Prozesses darzustellen, so daß möglichst viel und wohlfeil zu produzieren und das Produkt gegen möglichst vielseitige andre Produkte auszutauschen sei, teils zur Erneuerung der Produktion (G - W), teils zur Konsumtion (g - w).« (S.97)

iii)    In der Form W’…W’ ist W’ als Kapitalverhältnis der bestimmende Ausgangspunkt des Kreislaufes.

(8)   Die Konsumtion ist in ihrer Gesamtheit (entweder als individuelle oder als produktive Konsumtion) Teil des Kreislaufes W’…W’.

Die individuelle Konsumtion ist nur als gesellschaftlicher Akt sichtbar, also nur wenn W’…W’ als gesamtwirtschaftlicher Kreislauf aufgefasst wird. Die produktive Konsumtion dagegen ist Teil jedes individuellen Kreislaufes.

Das Kapital hat im Kreislauf W’…W’ nicht mehr die Form der Bewegung vorgeschossenen Kapitals, sondern als Warenkapital die Form sich bewegenden Kapitals. Diese Bewegung schließt die Verteilung des gesellschaftlichen Gesamtprodukts ein.

(9)   Im Kreislauf W’…W’ ist das Warenkapital W’ Bedingung des Reproduktionsprozesses.

In G…G’ war nur die Möglichkeit der Erneuerung gezeigt. P…P drückte die Reproduktion nur bezüglich des Gebrauchswerts aus.

(10) Im Kreislauf W’…W’ ist das Resultat der Bewegung die Folge einer wirklichen Verwandlung und nicht nur einer quantitaiven.

In den Formen I und II lag das Kapital am Ende des Kreislaufs wieder notwendig in der gleichen Form vor: Geld als Geld und das produktive Kapital in den aufeinander abgestimmten Produktionsmitteln.

(11) Der Kreislauf W’…W’ setzt voraus, dass Warenkapital außerhalb des individuellen Kreislaufs vorhanden ist.

Der Kreislauf der Geld- und des produktiven Kapitals könnten dagegen erste Kreisläufe sein.

(12) W’…W’ ist zugleich die Bewegungsform der Summe der individuellen Einzelkapitalien.

(13) »G ... G´ zeigt nur hin <102> auf die Wertseite, die Verwertung des vorgeschoßnen Kapitalwerts als Zweck des ganzen Prozesses; P ... P (P´) auf den Produktionsprozeß des Kapitals als Reproduktionsprozeß mit gleichbleibender oder wachsender Größe des produktiven Kapitals (Akkumulation); W´... W´, während es schon in seinem Anfangsextrem sich als Gestalt der kapitalistischen Warenproduktion ankündigt, umschließt produktive und individuelle Konsumtion von vornherein; die produktive Konsumtion und die darin eingeschloßne Verwertung erscheint nur als Zweig seiner Bewegung.« (S.101f)

(14) Die Bewegung des Warenkapitals ist Voraussetzung und Folge des Kreislaufs III.

»Es wird notwendig, die Verschlingungen der Metamorphosen eines individuellen Kapitals mit denen andrer individuellen Kapitale und mit dem für den individuellen Konsum bestimmten Teil des Gesamtprodukts klarzulegen.« (S.102)

(15) Eine einseitige Fixierung »übersieht die von den Warenelementen unabhängigen Elemente des Produktionsprozesses« (S.103)

(16) »Vermehrte Produktivität kann nur den Kapitalstoff vermehren, ohne dessen Wert zu erhöhn; sie bildet aber damit zusätzliches Material für die Verwertung.« (S.103)