Einfache Reproduktion

des gesellschaftlichen Gesamtkapitals

Die Reproduktion des individuellen Kapitals (Ersatz der Produktionsmittel und Reproduktion des Klassenverhältnisses) war Gegenstand von KI-21; der Einfluss des Zirkulationsprozesses auf die Akkumulation wurde in KII-17 untersucht.

In der einfachen Reproduktion wird der ganze Mehrwert unproduktiv konsumiert.

(1)    Stellung der Frage

 

Aus dem Jahresprodukt wird der Konsum und der Ersatz der Produktionsmittel bestritten. Der Reproduktionsprozess »umschließt ebensowohl die Reproduktion (d.h. Erhaltung) der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse, daher auch die Reproduktion des kapitalistischen Charakters des gesamten Produktionsprozesses« (S.391)

 

Was ist die ›Funktion des gesellschaftlichen Kapitals‹?

 

Die Bewegung des individuellen Kapitals ist sowohl individuelle Bewegung als auch ›integrierendes Glied der Bewegung des Gesamtkapitals«.

 

Wie unterscheidet sich der Reproduktionsprozess des Gesamtkapitals vom individuellen Reproduktionsprozess und was haben beide gemeinsam?

 

In welche Teile zerfällt das Jahresprodukt?

 

a)      Teile, die das Kapital ersetzen (produktive Konsumtion);

b)      Teile, die in den Konsumtionsfonds (der Arbeiter und Kapitalisten) fließen (individuellen Konsumtion).

Warum fließen sie in den Konsumtionsfonds? Warum nicht ›werden kosnumiert‹?

 

Was ist das Resultat der (produktiven und individuellen) Konsumtion?

 

1.      Reproduktion der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse

2.      daher: »Reproduktion des kapitalistischen Charakters des gesamten Produktionsprozesses«

 

Kann allein durch die physische Erhaltung der beiden Klassen, der kapitalistische Charakter reproduziert werden?

 

Nein, aber durch die produktive Konsumtion eines Teils des Mehrwerts werden auch die Produktionsmittel reproduziert, ohne die die Arbeiterklasse nicht arbeiten und Mehrwert erzeugen könnte, den sich dann die Kapitalistenklasse anzueignen vermag.

 

Warum ist der Kreislauf des Warenkapitals zu verwenden? Warum spielt die Konsumtion darin notwendig eine Rolle? In den anderen Kreisläufen nicht?

 

Der Ausgangspunkt des Warenkapitalkreislaufs schließt konstanten und variablen Kapitalwert und Mehrwert ein. (Bei den andren Kreisläufen ist der Mehrwert am Ausgangspunkt noch nicht produziert.)

Die Warenmasse, der Ausgangszustand des Warenkapitals, geht notwendig in die produktive und individuelle Konsumtion ein. Die Kreisläufe G…G’ und P…P schließen die Konsumtion zwar ein, aber nur äußerlich, insofern die produzierten Waren verkauft werden müssen. »Dagegen sind bei der Bewegung von W´... W´ die Bedingungen der gesellschaftlichen Reproduktion gerade daraus erkennbar, dass nachgewiesen werden muss, was aus jedem Wertteil dieses Gesamtprodukts W´ wird.« (S.392)

 

 

 

Der Reproduktionsprozess ist unter dem Gesichtspunkt des Wert- wie dem des Stoffersatzes zu betrachten.

 

Welche Voraussetzung wird nun aufgegeben?

Es wurde angenommen, dass der Kapitalist die Elemente seines Warenkapitals in Geld umsetzen und von dem Geld dann wieder sich seine Produktionsmittel verschaffen kann.

 

Betrachtet man aber das gesellschaftliche Gesamtkapital, kommt die Schwierigkeit hinzu, dass sowohl die Warenmasse, die der individuelle Kapitalist zu verkaufen gedenkt, wie auch die Produktionsmittel, die er sich mittels des glücklich realisierten Werts verschafft, Teil des gesellschaftlichen Gesamtprodukts sind. Da dies für alle individuellen Kapitalisten gilt, sind offenbar ganz bestimmte Anforderungen an dieses Gesamtprodukt zu stellen.

Das gleiche gilt für das Warenprodukt, das in die individuelle Konsumtion fließt. Bei der Betrachtung des individuellen Kapitals konnte man voraussetzen, dass Arbeiter und Kapitalisten Lebensmittel vorfinden und dass die produzierten Warenmasse eventuell in die individuelle Konsumtion eingeht (wichtig war nur, dass sie verkauft würde). Im Gesamtreproduktionsprozess sind aber sowohl die zu verkaufenden Waren, wie die mit dem erlösten Geld erworbenen Lebensmittel, Teil ein und desselben Gesamtprodukt.

 

»Wie wird das in der Produktion verzehrte Kapital seinem Wert nach aus dem jährlichen Produkt ersetzt, und wie verschlingt sich die Bewegung dieses Ersatzes mit der Konsumtion des Mehrwerts durch die Kapitalisten, und des Arbeitslohns durch die Arbeiter?« (S.392)

c)      Der ›verzehrte‹ Kapitalwert muss aus dem Jahresprodukt ersetzt werden. Wie geschieht das?

d)      Wie verhalten sich die drei Kreisläufe zueinander: der Ersetzungskreislauf, der Kreislauf der individuellen Konsumtion des Kapitalisten und der Kreislauf der individuellen Konsumtion des Arbeiters?

 

Zunächst wird die Reproduktion auf einfacher Stufenleiter untersucht. Warum?

 

Marx macht die Annahme, dass die Waren zu ihren Werten verkauft werden und dass es nicht zu ›Wertrevolutionen‹ kommt, also Veränderungen im Wert bereits produzierter Waren.

Es geht Marx darum, nachzuweisen, dass diese Annahmen die Allgemeinheit der Untersuchung nicht beeinträchtigen. Es handelt sich also nicht um Abstraktionen, die noch zu konkretisieren wären. (Sondern allenfalls zusätzliche Phänomene, die in einer Spezialuntersuchung über die Konkurrenz abgehandelt werden könnten.)

Ob das gelungen ist, kann man letztlich erst beurteilen, nachdem man die Ergebnisse der Untersuchung nachvollzogen hat und das Gesetz kennt, das die einfache Reproduktion bestimmt.

 

Zu den Annahmen:

a)      Waren werden zu ihren Werten gehandelt:

»Soweit die Preise von den Werten abweichen, kann dieser Umstand übrigens auf die Bewegung des gesellschaftlichen Kapitals keinen Einfluss ausüben. Es tauschen sich nach wie vor im ganzen dieselben Massen Produkte aus, obgleich die einzelnen Kapitalisten dabei in Wertverhältnissen beteiligt sind, die nicht mehr proportionell wären ihren respektiven Vorschüssen und den von jedem von ihnen einzeln produzierten Mehrwertmassen.« (S.392f)

b)      Wertrevolutionen:

i)       Gleichmäßige und allgemeine Wertrevolutionen ändern nichts an den Verhältnissen zwischen den Wertbestandzeilen des jährlichen Gesamtprodukts.

ii)      Ungleichmäßige Wertrevolutionen sind Störungen, aber:

(1)    Sie können nur als Abweichungen von gleichbleibenden Wertverhältnissen verstanden werden.

(2)    »Wenn das Gesetz nachgewiesen, wonach ein Wertteil des jährlichen Produkts konstantes, ein andrer variables Kapital ersetzt, so würde eine Revolution, sei es im Wert des konstanten, sei es des variablen Kapitals, an diesem Gesetz nichts ändern.« (S.393)

 

 

 

Warum war die Naturalform, bei der individuellen Reproduktion gleichgültig?

 

Es handelte sich, soweit auf die ›Naturalform‹ eingegangen wurde, um Beispiele. Es wurde nur unterstellt, dass sich – vermittelt durch die Zirkulationssphäre – das Warenprodukt wieder in seine Produktionselemente verwandeln kann.

 

Warum war das sinnvoll?

 

Es handelte sich um eine Abstraktion, die nun konkretisiert wird. Es wurde untersucht, was für dyas Einzelkapital in seiner Zirkulation relevant ist (und tatsächlich setzt das Einzelkapital ganz reell das Vorhandensein von Produktionsmitteln auf dem Markt voraus) und jetzt, was für das Gesamtkapital an Bestimmungen dazukommt.

 

Die einfache Reproduktion ist eine Abstraktion. Warum?

 

a)      Kapital ist sich selbst verwertender Wert, der als ›automatisches Subjekt‹, allein seine Selbstvermehrung zum Zweck hat;

b)      Die Verhältnisse in denen produziert wird bleiben nicht gleich.

c)      Vorausgesetzt wird zunächst nur, dass das gleiche Quantum an Bedürfnissen befriedigt werden kann. Die Formen der Waren kann sich aber ändern.

d)      Die Masse der Werte wie auch der Gebrauchswerte kann sich ändern.

 

Was bleibt dann noch von der ›einfachen Reproduktion‹?

 

Entscheidend ist, dass die ›einfache Reproduktion‹, gestört wie sie sein mag, immer Teil der erweiterten Reproduktion ist. Es kommt also auf dieser ersten Stufe des Abstraktion auf die qualitative Beziehung zwischen den einzelnen Elementen der Reproduktion an. Abgesehen wird daher von den Störungen, die nur deren quantitative Seite betreffen würden und zur Entwicklung der Bestimmungen des Zirkulationsprozesses nichts beitragen würden; abgesehen wird aber vorläufig auch von der Produktion auf erweiterter Stufenleiter: dort werden dann zusätzliche, quantitative Bestimmungen getroffen, die sich aus dem Akkumulationsprozess ergeben.

 

(2)    Die zwei Abteilungen des gesellschaftlichen Produktion

Das gesellschaftliche Gesamtprodukt zerfällt in Produktionsmittel (Abteilung I) und Konsumtionsmittel (Abteilung II). Das Kapital jeder Abteilung zerfällt in variables und konstantes.

 

I. Produktion von Produktionsmitteln

Kapital

4000c + 1000v = 5000

Warenprodukt (Produktionsmittel)

4000c + 1000v + 1000m= 6000

II. Produktion von Konsumtionsmitteln

Kapital

2000c + 500v = 2500

Warenprodukt (Konsumtionsmittel)

2000c + 500v + 500m= 3000

Gesamtproduktion (I+II)

6000c + 1500v + 1500m= 9000

 

In welche Teile zerfällt das Jahresprodukt?

 

Ob eine Ware Produktions- oder Konsumtionsmittel ist, entscheidet sich genaugenommen erst bei ihrem Gebrauch. Marx sagt deshalb hier, dass sie in die Produktion bzw. Konsumtion »wenigstens eingehen können«. (Also gewisse Abstraktion.)

Ergeben sich dadurch zusätzliche Schwierigkeiten für den Kreislaufprozess? Für seine Darstellung?

 

Auf der gegenwärtigen Stufe der Abstraktion wird von der Verschiedenheit unter den Produktions- und Konsumtionsmitteln abgesehen. Marx betrachtet im Folgenden zwei Abteilungen in denen zwei Kapitalien verschiedene Warenarten, Produktionsmittel und Konsumtionsmittel produzieren.

 

 

In welche Bestandteile zerfällt das Kapital beider Abteilungen?

 

Das Kapital beider Abteilungen zerfällt wie bei Einzelkapitalien in variables und konstantes, fixes und zirkulierendes.

 

Welchen Wert hat das Jahresprodukt beider Abteilungen?

 

a)      Der Wert des konstanten Kapitals, soweit es verbraucht wurde, ist auf das Jahresprodukt übertragen worden. (Dieser Wert macht allerdings nur einen Teil des Werts des gesamten konstanten Kapitals aus.)

b)      Die Jahresarbeit hat dem Produkt neuen Wert zugesetzt (m+v), wovon ein Teil (v) das vorgeschossene Variable Kapital ersetzt.

 

Welche Abstraktionen werden vorläufig gemacht?

 

Die Betrachtung des Einzelkapitals ergab, dass die Elemente des fixen Kapitals in längeren Abständen stofflich zu ersetzen sind, ihren Wert aber nach und nach – anteilig ihres Verschleißes – an die Produkte abgeben. Bei der Betrachtung des Gesamtkapitals kommt die Wertübertragung vorläufig nur in Betracht, sofern das fixe Kapital stofflich ersetzt werden muss. Es wird also unterstellt, dass Wertübertragungen nur stattfinden, wenn Elemente des fixen Kapitals verbraucht sind.

 

Warum ist diese Abstraktion zulässig? Warum ist sie notwendig?

 

Diese Abstraktion wird in Kapitel 20.11 (S.446ff) konkretisiert. Die Darstellung wird dann komplizierter, weil auch sie Schatzbildung miteinbezogen werden muss.

 

Welche notwendigen Umsätze gibt es zwischen den beiden Abteilungen?

 

In Abteilung II sind Konsumtionsmittel im Wert 3000, in Abteilung I Produktionsmittel im Wert 6000 hergestellt worden. Der Wert der Produkte muss realisiert werden, um die Produktionsmittel ersetzen und den Mehrwert konsumieren (einfache Reproduktion) zu können.

Zusätzlich muss aber nun gelten:

a)      (m+v)II muss in Konsumtionsmittel, also in einen Teil des Warenprodukts von II umgesetzt werden;

b)      (m+v)I muss ebenfalls in Konsumtionsmittel umgesetzt werden: es muss dem ›Rest‹ des Warenprodukts von II entsprechen, weil sich die produzierten Konsumtionsmittel komplett gegen m und v austauschen müssen;

c)      (m+v)I ist daher notwendig gleich dem konstanten Kapitalteil von II: Konsumtionsmittel in genau diesem Wert werden von Arbeitern und Kapitalisten der Abteilung I konsumiert;

d)      umgekehrt stellt sich die Sache so dar, dass die Kapitalisten der Abteilung II einen Teil der von ihnen produzierten Konsumtionsmittel, der dem Wert von IIc enstpricht, in Produktionsmittel umsetzen müssen (also in einen Teil des Warenprodukts von I).

Die Frage ist also immer, in welche Waren sich der erlöste Wert umsetzt.

(3)    Der Umsatz zwischen beiden Abteilungen

Arbeitslohn und Mehrwert der Abteilung I müssen sich umsetzen in das Warenprodukt der Abteilung II. Abteilung II muss – um sein konstantes Kapital ersetzen zu können – Konsumtionsmittel gegen m und v der Abteilung I umsetzen. Daher ist vI + mI = cII. Dieser wechselseitige Umsatz wird durch die Geldzirkulation vermittelt und verdunkelt.

a)     Das erzeugt Warenprodukt muss zwischen beiden Abteilungen ausgetauscht werden

 

Welche Umsätze finden statt?

 

I(v+m) = IIc          im Beispiel: (1000v + 1000m) I = 2000 IIc

 

Bei einfacher Reproduktion müssen sich m und v in Konsumtionsmittel umsetzen. Die Produktionsmittel  der Abteilung II müssen ersetzt werden; ihr Wert (der in Konsumtionsmitteln vergegenständlicht ist) muss sich in neue Produktionsmittel umsetzen. Ihr Wert muss dem von (v+m)I entsprechen: der andre Teil des Warenprodukts aus I dient dazu, das konstante Kapital von I zu ersetzen.

Gesellschaftlich betrachtet werden Konsumtions- und Produktionsmittel zwischen den beiden Abteilungen ausgetauscht.

b)     Der Umsatz zwischen beiden Abteilungen wird durch die Geldzirkulation vermittelt, sie erschwert gleichzeitig sein Verständnis.

 

Warum ist die Geldzirkulation speziell für das variable Kapital wichtig?

 

Das konstante Kapital setzt sich zwar, was die Einzelkapitalien betrifft, auch in Geld um, betrachtet man aber nur die beiden Abteilungen, so verbleibt ein Teil der Produktionsmittel stofflich in Abteilung I, während der Teil Im gegen einen Teil der in II produzierten Waren stofflich getauscht wird.

Für den variablen Kapitalteil gilt das nicht: er muss als Geld vorgeschossen und als Arbeitslohn ausbezahlt werden.

 

Wie geht die Vermittlung durch die Geldzirkulation vor sich?

 

a)      Umsatz von Iv gegen einen Teil von IIc

1000v I wird an die Arbeiter bezahlt. (Ein entsprechender Wert hat sich im Warenprodukt der Abteilung I vergegenständlicht, das Eigentum der Kapitalisten ist.) Die Arbeiter kaufen davon Lebensmittel, also Waren der Abteilung II. Das Geld ist jetzt in Händen der Kapitalisten von Abteilung II. Diese kaufen damit neue Produktionsmittel (Waren der Abteilung I). Das Geld strömt dadurch zu den Kapitalisten von I zurück, die es erneut zum Kauf von Arbeitskraft vorschießen können.

b)      Umsatz von Im gegen den andern Teil von IIc

Dieser Umsatz besteht aus »einer zahllosen Masse einzelner Käufe und Verkäufe der Kapitalindividuen« (398). Er setzt voraus, dass Geldfonds vorhanden sind. Kapitalisten aus II kaufen mittels eines Geldfonds Produktionsmittel, Kapitalisten aus I Konsumtionsmittel. Die Geldvorräte werden also teils für Produktionsmittel vorgeschossen, teils für die Konsumtion verausgabt.

Kapitalisten der Abteilung II schießen Geld vor und kaufen Produktionsmittel von Kapitalisten der Abteilung I; Kapitalisten der Abteilung I kaufen Konsumtionsmittel von II und so könne die Kapitalisten von II das Geld erneut vorschießen.

 

Inwiefern verdunkelt die Geldzirkulation den Umsatz?

 

Die Produkte der beiden Abteilungen setzen sich nicht unmittelbar stofflich gegeneinander um. Vielmehr werden durch schon vorhandene Geldvorräte Käufe und Verkäufe getätigt, die – soll die alles reibungslos verlaufen – sowohl den stofflichen Umsatz vermitteln auch das Geld zum Ausgangspunkt zurückfließen lassen müssen. Insbesondere der Umsatz von Im gegen IIc erscheint unmittelbar nicht als Einheit, sondern als Vielzahl  unabhängiger Käufe und Verkäufe.

Es wird Geldkapital vorgeschossen, ehe der sie kompensierende Wertteil des Warenprodukts verkauft ist. Es muss zusätzlich zum Wert des Warenprodukts vorhanden sein. An der Oberfläche erscheint nun bloß  der Vorschuss und Rückfluss des Geldkapitals; er verdunkelt daher den stofflichen Austausch zwischen beiden Abteilungen. (Vgl. die Aggregatbildung in der Mikroökonomik).

c)      Der Umsatz des variablen Kapitals aus Abteilung I setzt die Existenz der andren Abteilung voraus.

Die Kapitalisten der Abteilung I besitzen zwar Waren im Wert des vorgeschossenen variablen Kapitals. Ihre Arbeiter kaufen aber nicht die in I hergestellten Waren. Der Arbeitslohn muss erst in die Hände der Kapitalisten II übergehen, um schließlich zu den Kapitalisten von I zurückkehren zu können.

 

 

 

 

 

(4)    Der Umsatz innerhalb Abteilung II

 

Abteilung II produziert Lebensmittel (IIa) und Luxusgüter (IIb; hier: Güter, die nur in die unproduktive Konsumtion der Kapitalisten eingehen). Sie stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Der Anteil der Luxuskonsumtion ist beliebig; in entsprechendem Verhältnis muss sich der Mehrwert aus Ia in Konsumtionsausgaben aus IIb (Arbeitslohn und der Mehrwertteil, der nicht in Luxusproduktion eingeht).

 

a) Marx: Inwiefern gilt die »Zerfällung des Werts jedes individuellen kapitalistischen Warenprodukts in c + v + m« auch »auch für den Wert des jährlichen Gesamtprodukts?

 

Warum stellt Marx diese Frage? Ist es nicht offensichtlich, dass eine Unterscheidung im Wert der individuellen Ware auch für den Wert des Gesamtprodukts gilt?

 

Warum wird diese Frage gelöst durch den Umsatz von I(v+m) gegen IIc und die Reproduktion von Ic?

 

II(v+m) existiert zunächst – in Naturalform – als Masse von Konsumartikeln. Gleichzeitig muss sowohl das als Lohn vorgeschossene variable Kapital v als auch der Mehrwert m – unter der Voraussetzung der einfachen Reproduktion – in Konsumtionsmitteln verausgabt werden. Die Arbeiter II kaufen also einen Teil des von ihnen produzierten Produkts zurück und ermöglichen so, den Kapitalisten ihr vorgeschossenes Geldkapital in Geldform zurückzuverwandeln.

 

b) Die Produktion der Abteilung II zerfällt in Konsumtionsmittel und Luxusgüter.

 

Die Konsumtionsmittel umfassen auch die notwendigen Lebensmittel der Kapitalisten. »Notwendige Konsumtionsmittel, wobei es ganz gleichgültig, ob ein solches Produkt, wie z.B. Tabak, vom physiologischen Standpunkt aus ein notwendiges Konsumtionsmittel ist oder nicht; genug, daß es gewohnheitsmäßig ein solches.« (S.402) Die Konsumtionsmittel werden gegen Mehrwert und Arbeitslohn umgesetzt. Die Kapitalisten »verkaufen sie an ihre eignen Arbeiter zum Betrag des diesen in Arbeitslohn ausgezahlten variablen Kapitals … Es sind Zirkulationsprozesse, deren Zirkulationsmittel direkt geliefert werden durch das von den Arbeitern ausgegebne Geld.«

 

Die Luxus-Konsumtionsgüter gehen nur in den Konsum der Kapitalistenklasse ein. Sie werden daher gegen Mehrwert umgesetzt. Der Rückfluss der vorgeschossenen Kapitals kann hier nicht, wie bei IIa, direkt sein, sondern muss vermittelt sein.

 

Wodurch vermittelt?

 

Welche Umsätze finden in II statt?

 

Beispiel:

Abteilung II

500v + 500m

IIa

400v + 400m

IIb

100v + 100m

 

·        IIbv wird als Arbeitslohn gegen das Warenprodukt von IIa, in Konsumtionsmittel, umgesetzt;

·        IIav fließt unmittelbar zu den Kapitalisten von IIa zurück;

·        Von der Warenmasse IIam ist ein Teil (nämlich vom Wert IIbv) von den Arbeitern von IIb gekauft worden;

·        eine entsprechende Masse von Luxusgütern (also vom Wert IIbv) wird von den Kapitalisten von Iia gekauft (das stellt also die minimale Luxuskonsumtion von IIa dar: »Die Arbeitskraft der Luxusarbeiter ist also nur dadurch neu verkäuflich, dass der als Äquivalent für ihren Arbeitslohn geschaffene Teil ihres eigenen Produkts, von den Kapitalisten IIa in ihren Konsumtionsfonds gezogen, vermöbelt wird.« (S.404)).

 

 

Für die Luxusgüter gilt:

·        Die Kapitalisten teilen ihre Revenue auf in Lebensmittel und Luxusgüter; im Marx Beispiel  für notwendige Lebensmittel und  für Luxusgüter;

·        die Kapitalisten von IIa teilen also ihren Mehrwert IIam auf (im Beispiel 240 für Lebensmittel, 160 für Luxusgüter); ebenso wie die Kapitalisten von IIb (im Besipiel 60 für Lebensmittel, 40 für Luxusgüter)

Insgesamt gilt:

 

c)      Für die Kapitalisten von I erscheint die Spaltung in IIa und IIb nicht.

 

Was ist mit dem konstanten Kapital?

Je nach dem Verhältnis von konstantem und variablem Kapital (Marx nimmt im Beispiel das gleiche Verhältnis in IIa und IIb an) muss das Warenprodukt von IIa gegen Im und Iv und das Warenprodukt von IIb gegen Im umgesetzt werden. Vom realisierten Wert, müssen Produktionsmittel für notwendige Nahrungsmittel und Produktionsmittel für Luxusgüter beschafft werden.

Die Produktion dieser Produktionsmittel stellt sich in I so dar (Marx’ Beispielzahlen):

Davon wird 800v + 200v in Konsumtionsmittel IIac ausgelegt, es fließt also durch den Kauf von Produktionsmitteln wieder zu den Kapitalisten I zurück. Im Wert von 800m + 200m werden Konsumtions- und Luxusgüter gekauft ‑ im Beispiel 600 IIa und 400 IIb – wobei für den Produktionsmittelproduzenten natürlich egal ist, bei welcher Subklasse von II er seine Waren realisiert hat (das Kapital fließt also im Fall a und b an beide Kapitalistenklasse IIa und IIb zurück).

 

d)      Smith verwechselt Zirkulation und Produktion

e)      Individuelle Kapitalisten können von dem Verhätnis IIa/IIb abweichen

f)       Reproduktion der Arbeiter von IIb setzt Verschwendung der Arbeiter von IIa voraus.

(5)    Die Vermittlung der Umsätze durch die Geldzirkulation

 

Das vorgeschossene Kapital fließt immer in Geldform zurück. Individuelle Kapitalisten ziehen mehr Geld aus der Zirkulation, als sie in sie hineinwerfen; sie müssen als Individuen aber auch unproduktiv konsumieren. »Mit Bezug auf die ganze Kapitalistenklasse erscheint aber der Satz, dass sie das Geld zur Realisation ihres Mehrwerts (resp. auch zur Zirkulation ihres Kapitals, konstanten und variablen) selbst in die Zirkulation werfen muss, nicht nur nicht paradox, sondern als notwendige Bedingung des ganzen Mechanismus« (S.419)

 

a)      Zum Schema des Austauschs zwischen I und II siehe 20/III (S.401) und 20/IV (S.404ff)

b)      Nur bei den Kapitalisten IIa fließt das vorgeschossene variable Kapital unmittelbar zurück. Das Kapital muss aber generell zu den Kapitalisten zurückfließen, die es vorgeschossen haben. (Wenn Geldkapitalisten industriellen Kapitalisten Kapital vorschließen, dann muss es endlich auch in Geldform zu ihnen zurückfließen. Dieser Rückfluss geschieht über die Geldzirkulation.

c)      Eine Hauptrolle in der Geldzirkulation spielt das vorgeschossene variable Kapital. Der Arbeiter kann seinen Lohn in der Regel nicht oder nur in kleinen Teilen aufsparen; wesentlich mehr als seine Lebensmittel kann er sich ohnehin nicht leisten; das variable Kapital zirkuliert also besonders schnell und macht darum einen großen Teil der Gesamtzirkulation aus.

 

 

 

d)      Je nach Umlaufgeschwindigkeit kann das zirkulierende Kapital unterschiedliche Warenmassen umsetzen:

Abteilung I

Abteilung II

Kapitalisten schießen € 1000 variables Kapital vor; die Arbeiter kaufen damit Lebensmittel

 

 

Kapitalisten nehmen € 1000 ein und kaufen damit Produktionsmittel

Kapitalisten nehmen € 1000 ein; ihr vorgeschossenes Kapital ist zurückgekehrt

 

 

Kapitalisten schließen € 500 für Produktionsmittel vor

Kapitalisten nehmen € 500 ein und verausgaben sie für Lebensmittel

 

 

Kapitalisten nehmen € 500 ein und verausgaben sie für Produktionsmittel

Kapitalisten nehmen € 500 ein und verausgaben sie für Lebensmittel

 

 

Kapitalisten nehmen € 500 ein; ihr Vorschuss ist zurückgeflossen.

 

Es zirkulieren also im Beispiel

a)      an Geldkapital € 1000 (von I vorgeschossen) + € 500 (von II vorgeschossen)

b)      Waren im Wert von € 5000:

                                                                        i.     Arbeitskraft für € 1000

                                                                       ii.     Lebensmittel für € 1000

                                                                      iii.     Produktionsmittel für € 1000

                                                                     iv.     2 • € 500 für Produktionsmittel

                                                                       v.     2 • € 500 für Lebensmittel

 

e)      Resultat der Geldzirkulation:

i)       Das Geldkapital ist zu Kapital I zurückgeflossen

ii)      Kapital I hat seinen individuellen Konsum durch Verkauf seiner Waren bestritten

iii)     Die Naturalform des variablen Kapitals – die Arbeitskraft – ist reproduziert und damit das »Verhältnis von Lohnarbeitern und Kapitalisten«

iv)    Das Kapital II hat sein konstantes Kapital in Naturalform ersetzt

v)      Das vorgeschossene Geldkapital ist auch zu den Kapitalisten II zurückgeflossen.

 

f)       Welche Kreisläufe finden statt?

i)       Arbeiter I:  W–G–W

ii)      Kapitalisten II: W–G

Sie verkaufen ihre Waren, um mit dem Geld neue Produktionsmittel zu kaufen. Wenn sie Geld vorschließen, dann antizipieren sie diese Verkäufe.

Außerdem:  W–G

Verwandlung des Gelds in produktives Kapital

iii)     Kapitalisten I: W–G

Diese Bewegung findet aber außerhalb der Kapitalzirkulation statt.

 

g)      Wie wird der Mehrwert versilbert?

Das Kapital I zieht mehr Geld aus der Zirkulation als es in die Zirkulation hineinwirft. Die Kapitalisten versilbern ihren Mehrwert aber nicht nur, sie konsumieren ihn auch; sie werfen also Geld in die Zirkulation, um Waren zu erhalten. Der Kapitalist »gibt das Geld immer nur weg gegen ein Äquivalent« (S. 419)

Zur Vermittlung der Warenzirkulation ist allerdings zusätzliches Geldkapital nötig, das entweder von den Kapitalisten I (Beispiel S.417) oder II (Beispiel S.414) vorzuschießen ist. Mit jeder verkauften Ware wird Mehrwert realisiert.

 

h)      Das Verständnis der Geldzirkulation wird durch zwei Umstände erschwert:

i)       Das Handels- und Geldkapital verdeckt, dass es letztlich immer die produktiven Kapitalisten sind, die das Geld vorschießen

ii)      Die Spaltung des Mehrwerts in Profit, Zins und Grundrente lässt den Schein zu, der Mehrwert würde durch Käufe der Grundbesitzer und Finanzkapitalisten versilbert.

(6)    Das konstante Kapital der Abteilung I

 

Der konstante Kapitalteil befindet sich in einer Naturalform, in der er unmittelbar wieder als konstantes Kapital fungieren kann. Ein andren Teil muss erst gegen Abteilung II ausgetauscht werden, um zur Konsumtion dienen zu können. Freilich muss Austausch zwischen einzelnen Kapitalisten der Abteilung I stattfinden.

 

Ic besteht in seiner Naturalform aus Produktionsmitteln. Es bleibt in Abteilung I und ersetzt das dort verbrauchte konstante Kapital.

»Das ganze Produkt der Abteilung I besteht aus Gebrauchswerten, die ihrer Naturalform nach - bei kapitalistischer Produktionsweise - nur als Elemente des konstanten Kapitals dienen können.« (S.421)

Die ganze Schwierigkeit kommt dadurch zustande, dass die Wertverhältnisse innerhalb der einzelnen Abteilungen abgestimmt sein müssen auf Größenverhältnisse zwischen diesen Abteilungen. Die Unterscheidung c–m–v muss die zwischen Produktionsmittel-, Konsumtionsmittel- und Luxusgüterproduktion entsprechen.

Damit haben »Stellenwechsel« innerhalb der Abteilung I, die natürlich vorkommen, nichts zu tun. (Dass Marx das an einer gesellschaftlichen Produktionsweise veranschaulicht, ist eher irreführend, weil in gesellschaftlicher Produktion der Stellenwechsel zwischen den Abteilungen ebenso ablaufen würde.)

 

(7)    Variables Kapital und Mehrwert in beiden Abteilungen

 

Das Wertprodukt eines Jahres ist gleich dem Wert der produzierten Konsumtionsmittel. Der Wert der Konsumtionsmittel ist aber nicht in Abteilung II produziert worden. (Der Wert der in die Konsumtionsmittel eingegangenen Produktionsmittel ist in Abteilung I erzeugt worden.)

 

a)      In der einfachen Reproduktion entspricht der Wert der Konsumtionsmittel dem jährlichen Warenprodukt: II = IIv + IIm + Iv + Im

»Der Totalwert der während des Jahrs produzierten Konsumtionsmittel ist also gleich dem Totalwert, den der totale gesellschaftliche Arbeitstag während des Jahrs produziert« (S.423)

Der Gesamtwert ist aber nicht in diesen Abteilungen produziert worden, sondern IIc = Im + Iv.

Daher ist der Wert des Gesamtprodukts gesellschaftlich darstellbar in v + m.

Der Fehler von A. Smith war, die Waren an sich in v + m aufzulösen: Diese Darstellung ist aber (a) nur für Konsumtionsmittel möglich und (b) nur wegen der Vermittlung durch die Abteilung I; die Auflösung gilt also gerade nicht in II für sich.

b)      Der gesellschaftliche Arbeitstag zerfällt in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, der produzierte Wert daher in variablen Kapitalwert und Mehrwert. Dennoch wird ein Teil des gesellschaftlichen Arbeitstages ausschließlich zur Produktion von Gütern aufgewendet, die als konstantes Kapital fungieren.

Auflösung: Es wird kein Wert geschaffen, u das konstante Kapital zu reproduzieren. Vielmehr  wird der Wert des verbrauchten konstanten Kapitals auf die neu produzierten Waren übertragen. In den neu produzierten Produktionsmitteln steckt zwar auch neu geschaffener Wert, sie sind aber noch kein konstantes Kapital. Und sie können nur als konstantes Kapital fungieren wenn sie sich (teilweise) mit Abteilung II austauschen: »2/3 des gesellschaftlichen Arbeitstags dieses Jahrs könnten nicht in der Produktion von konstantem Kapital verwandt werden und doch zugleich variablen Kapitalwert plus Mehrwert für ihre eignen Produzenten bilden, wenn sie sich nicht mit einem Wertteil der jährlich konsumierten Konsumtionsmittel auszutauschen hätten, worin 2/3 eines vor diesem Jahr, nicht innerhalb desselben verausgabten und realisierten Arbeitstags steckten.« (S.426)

Das Produkt von II ist Resultat lebendiger Arbeit (und von Produktionsmitteln); sein Wert zerfällt in neu geschaffenen und übertragenen Wert. Das Gesamtprodukt ist Resultat der diesjährigen Arbeit, sein Wert enthält aber auch vergangene Arbeit.

(8)    Das konstante Kapital in beiden Abteilungen

 

Produktions- und Konsumtionsmittel sind verschiedene Warenarten und darum Produkte unterschiedlicher Arbeiten. Der Teil m + v zeigt sich, da er sich in Konsumtionsmittel darstellt, vom konstanten Kapital, dass sich in Produktionsmitteln darstellt augenfällig verschieden. Aber auch letzteres muss reproduziert werden.

Das Produkt eines individuellen Kapitalisten kann jede beliebige Naturalform haben. »Anders verhält es sich mit dem Produkt des gesellschaftlichen Gesamtkapitals. Alle sachlichen Elemente der Reproduktion müssen in ihrer Naturalform Teile dieses Produkts selbst bilden.« (S.430)

 

a)      Im Wert des Gesamtprodukts ist mehr als nur ein gesellschaftliches Arbeitsjahr enthalten. entsprechend dem konstanten Kapital enthält es vergegenständlichte vergangene Arbeitsjahre.

»Die Schwierigkeit besteht also nicht in der Analyse des gesellschaftlichen Produktenwerts selbst. Sie entspringt bei Vergleichung der Wertbestandteile des gesellschaftlichen Produkts mit seinen sachlichen Bestandteilen« (S.428)

b)      »Der ganze jährliche Gesamtarbeitstag, dessen Wertausdruck = 3.000, scheint verausgabt in der Produktion von Konsumtionsmitteln = 3.000, in denen kein konstanter Wertteil wiedererscheint, da diese 3.000 = 1.500v + 1.500m sich nur in variablen Kapitalwert + Mehrwert auflösen. Andrerseits erscheint der konstante Kapitalwert = 6.000 wieder in einer von den Konsumtionsmitteln ganz verschiednen Produktenart, den Produktionsmitteln, während doch kein Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags in der Produktion dieser neuen Produkte verausgabt scheint; dieser ganze Arbeitstag scheint vielmehr nur aus den Arbeitsweisen zu bestehn, die nicht in Produktionsmitteln, sondern in Konsumtionsmitteln resultieren.« (S.428)

Dieser Schein entsteht nur, weil dem konstanten Kapital IIc genau Iv + Im entsprechen muss.

c)      Beim Einzelkapital kommt ein solcher Schein nicht zustande. Beim gesellschaftlichen Produkt jedoch stellt sich der konstante Wertteil in einer eigenen Produktenart dar – und der konstante Wertteil der Konsumgüter als m + v der Abteilung I.

d)      Das Produkt eines individuellen Kapitals hat beliebige Naturalform. Die Elemente, aus denen sich das Gesamtkapital reproduziert müssen dagegen Teil seines Produkts sein. »Einfache Reproduktion vorausgesetzt, muß daher der Wert des Teils des Produkts, der aus Produktionsmitteln besteht, gleich dem konstanten Wertteil des gesellschaftlichen Kapitals sein.« (S.430)

e)      Individuell produziert der Kapitalist nur sein variables Kapital und Mehrwert. Gesellschaftlich betrachtet produziert ein Teil des Arbeitstags nichts als konstantes Kapital.

f)       Man darf über der ökonomischen Totalität  nicht den spezifischen Charakter vergessen, also die notwendigen Bestandteile der kapitalistischen Ökonomie, und sie so behandeln, als würde gesellschaftliche produziert.

(9)    Rückblick auf A. Smith, Storch und Ramsay

 

Der Blick auf die gesellschaftliche Totalität als Unmittelbares, ohne Berücksichtigung der kapitalistischen Formbestimmungen hat zu Fehlurteilen geführt. So verschwindet, gesellschaftlich betrachtet, bei Smith das konstante und bei Ramsay das variable Kapital ganz aus dem Blickfeld.

 

a)      In der Folge dieses Missverständnisses hat Smith behauptet, dass die Konsumenten den Produzenten den ganzen Produktenwert bezahlen müssen. Das gilt aber nur für die Konsumtions- nicht für die Produktionsmittel; darum gilt die Aussage gesellschaftlich nicht.

b)      Der konstante Kapitalwert wird z.T. durch Austausch der Kapitalisten I mit den Kapitalisten II ersetzt. Daraus folgt aber nicht, dass sich Kapital und Revenue entsprechen würden. Vielmehr bildet vor und nach dem Austausch ein Teil Revenue, während der andere nur konstantes Kapital ersetzt.

c)      »Wenn wir den Wert des Gesamtprodukts = 9.000 einteilen in 6.000c + 1.500v + 1.500m und die 3.000(v+m) nur in ihrer Eigenschaft als Revenue betrachten, so scheint umgekehrt das variable Kapital zu verschwinden und das Kapital, gesellschaftlich betrachtet, nur aus konstantem Kapital zu bestehn.« (S. 434)

Das passiert z.B. bei Ramsay, der variables und konstantes Kapital mit fixem und zirkulierendem verwechselt, genauer mit Lebensmitteln und Arbeitsmitteln, die einen ganz bestimmten Wert haben und darum keinen Mehrwert produzieren können.