Der Kreislauf des produktiven Kapitals

 

P ... W´ – G´ – W … P (einfache Reproduktion)

P ... W´ – G´ – W … P´ (erweiterte Reproduktion)

 

Das produktive Kapital tritt periodisch erneuert in Funktion. Die Zirkulation tritt in diesem Kreislauf als Unterbrechung und Vermittlung des Produktionsprozesses auf. Die Zirkulation hat wieder die Form der einfachen Warenzirkulation.

I. Einfache Reproduktion

(1)    In der einfachen Reproduktion wird der Mehrwert vom Kapitalisten konsumiert und fällt außerhalb der Zirkulation seines individuellen Kapitals

(2)   W und w können im Kreislauf des produktiven Kapitals getrennt werden (nach W´-(G+g)) und können in einer anderen Zirkulation fortgesetzt werden. Wenn die Trennung nicht vollständig ist, erhöht sich das in produktives Kapital umzuwandelnde Warenkapital. Die Zirkulation muss in jedem Fall mit einer Phase G´-W´ abschließen.

Der realisierte Wert muss nun wieder in produktive Form gebracht werden:

a)      Geldkapital tritt als Verwandlung von P auf.

»Der Teil von G - W, der zugleich G - A, erscheint daher auch nicht mehr als bloßer Geldvorschuß durch Ankauf von Arbeitskraft, sondern als Vorschuß, worin der Arbeitskraft dieselben 1000 Pfund Garn zum Wert von 50 Pfd.St., in Geldform vorgeschossen werden, die einen Teil des von der Arbeitskraft geschaffnen Warenwerts bilden.« (S.76)

b)      Die Geldform ist ein verschwindendes Moment des Kreislaufs

c)       Die Geldform vermittelt nur den Ersatz der Bildungselemente

(3)   Es wird in keinem Fall um des Gebrauchswerts willen produziert. W kann als Waren und als Warenkapital fungieren.

»Innerhalb der allgemeinen Zirkulation fungiert W´, z.B. Garn, nur als Ware; aber als Moment der Zirkulation des Kapitals fungiert es als Warenkapital, eine Gestalt, die der Kapitalwert abwechselnd annimmt und abstößt. Nach dem Verkauf des Garns an den Kaufmann ist es aus dem Kreislaufsprozeß desjenigen Kapitals, dessen Produkt es ist, entfernt, befindet sich aber trotzdem fortwährend als Ware im Umkreis der allgemeinen Zirkulation.« (S.74)

(4)   Die Geldform ist kein selbstständiges Element des Kreislaufs

»Der Schein der Selbständigkeit, den die Geldform des Kapitalwerts in er ersten Form seines Kreislaufs (des Geldkapitals) besitzt, verschwindet in dieser zweiten Form, welche somit die Kritik der Form I bildet, und sie auf eine nur besondre Form reduziert.« (S.78)

(5)   Möglichkeiten der Stockung

W´ muss zu seinem Wert und in seiner Gesamtheit verkauft werden.

(6)   Der Kreislauf des individuellen Kapitals

Die Metamorphose G-W des Prozesses A-G-W fällt nicht in einen individuellen Kapitalkreislauf

(7)   Stufenleitung der Produktion

»Der Umfang der von der kapitalistischen Produktion erzeugten Warenmassen wird bestimmtdurch die Stufenleiter dieser Produktion und das Bedürfnis der beständigen Ausdehnung dieser letztren, nicht durch einen prädestinierten Kreis von Nachfrage und Angebot, von zu befriedigenden Bedürfnissen.«(S.80)

(8)   Erweiterte individuelle Konsumtion ist möglich: Der Prozess ist von der erweiterten Konsumtion von A begleitet

(9)   Stockung durch »scheinbare Konsumtion« von Wiederverkäufern.

»Ihre Inhaber müssen sich insolvent erklären, oder verkaufen zu jedem Preis, um zu zahlen. Dieser Verkauf hat absolut nichts zu tun mit dem wirklichen Stand der Nachfrage. Er hat nur zu tun mit der Nachfrage nach Zahlung, mit der absoluten Notwendigkeit, Ware in Geld zu verwandeln. Dann bricht die Krise los. Sie wird sichtbar nicht in der unmittelbaren Abnahme der konsumtiven Nachfrage, der Nachfrage für individuelle Konsumtion, sondern in der Abnahme des Austauschs von Kapital gegen Kapital, des Reproduktionsprozesses des Kapitals« (S.81)

II. Akkumulation und Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter

(1)    Latentes Geldkapital

a)      Die verwendete Technik erfordert bestimmte Mindestgrößen an Geldkapital.

b)     Die Schatzbildung wird Moment des Akkumulationsprozesses.

Sie ist aber vom Akkumulationsprozess getrennt, denn während der Schatzbildung findet noch keine Akkumulation statt.

c)      Das Geld wirkt hierbei in seiner Funktion als Zahlungsmittel.

(2)   Die Produktion von Kapital ist die Produktion auf erweiterter Stufenleiter.

a)      Die Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist dem individuellen Kapitalisten Mittel zur ausgedehnteren Produktion von Mehrwert und »Notwendigkeit für jeden individuellen Kapitalisten«.

b)     Teilung zwischen Revenue und Kapitalisierung

(3)   Eigentümlichkeiten

a)      Der Kreislauf der produktiven Kapitals zeigt die Trennung von G und g, die eventuell getrennte Zirkulation des Mehrwerts.

b)     G´ und W´ sind keine Funktion des Kapitals

c)      Das industrielle Kapital kann in der Zirkulationssphäre nur in der dem Zirkulationsprozess eigentümlichen Zusammensetzung existieren.

Im Zirkulationsprozess kommt das industrielle Kapital nur in den Formen Ware und Geld vor, im Kreislaufprozess sind die Momente des Kreislaufprozesses aber so bestimmt, dass sie die Funktionen des produktiven Kapitals, des Warenkapitals und des Geldkapitals verrichten.

[S.77]

d)     Das in W´ und G´ ausgedrückte Verhältnis entspringt nicht den Bestimmungen des Geldes oder der Ware, sondern den Bestimmungen des Kapitals

Erst in der Bewegung wird nicht nur Mehrwert angehäuft, sondern akkumuliert.

III. Geldakkumulation

(1)    Sowohl zur Investition in einen neuen Geschäftszweig, wie auch zur Ausweitung eines bestehenden, ist eine gewisse Mindestsumme erforderlich.

(2)   In Schatzform ist das Geld nicht Kapital.

(3)   Der Umfang der Schatzbildung ist durch die Zusammensetzung des produktiven Kapitals bestimmt.

(4)   Das Geld kann während seiner Anlage im Akkumulationsfonds auch andere Kapitalfunktionen verrichten.

IV. Reservefonds

(1)    Der Akkumulationsfonds kann als Reservefonds Störungen ausgleichen.

(2)   Auch als Reservefonds ist der Schatz kein Geldkapital.