Das Geld oder die Warenzirkulation

1.Das Maß der Werte[1]

(a)   Das Geld liefert das Material des Wertausdrucks.

Die Ware wird aber nicht erst durch Geld vergelichbar.

(b)   Der Preis ist die Geldform der Waren.

(c)    Als Wertmaß dient Geld als vorgestelltes Geld.

Es ist Voraussetzung der Zirkulation, dass die Waren als preisbestimmte in den Zirkulationsprozess eingehen.[2]

(d)   Als Maßstab der Preise wird ein bestimmtes Geldquantum fixiert.

(e)    Im Laufe der Geschichte trennen sich die Geldnamen von den ursprünglichen Gewichtsnamen.

·        Einführung fremder Gelder

·        Verdrängung  durch edlere Metalle

·        ›Geldfälschung‹

Im Geldnamen verschwindet das Wertverhältnis. Der Preis ist der Geldname der in der Ware vergegenständlichten Arbeit.

(f)     Der Preis kann von der Wertgröße arbeiten.

Im Preis kann das Wertverhältnis, wie auch ein den Umständen geschuldetes Mehr oder Minder ausgedrückt werden.[3]

Im gesellschaftlichen Durchschnitt ist die Wertsumme der Waren jedoch gleich der Preissumme.[4]

(g)   Dinge, die keinen Wert haben, können einen imaginären Preis bekommen.

(h)   Im Austausch muss sich der ideelle Preis realisieren. Aus vorgestelltem Gold muss wirkliches werden.

II.Zirkulationsmittel

(a)   Metamorphose der Waren

i)       Der gesellschaftliche Stoffwechsel überträgt Waren von denen, denen sie Nicht-Gebrauchswerte sind zu denen, denen sie Gebrauchswerte sind.[5]

Dabei wird dem Widerspruch zwischen den beiden Momenten eine Form gegeben, in der er sich bewegen kann. Der gesellschaftliche Stoffwechsel wird durch die Metamorphose der Ware vermittelt.

Die Voraussetzung der Geldzirkulation ist die Warenzirkulation.

ii)     Die Ware verdoppelt sich in Ware und Geld.

Die Einheit von Gebrauchswert und Wert stellt sich auf jeder Seite umgekehrt dar.

iii)   Die Grundbewegung der einfachen Zirkulation ist ›Verkauf – Kauf‹, verkaufen um zu kaufen. Der Gesamtaustauschprozess ist W – G – W.

iv)    Verkauf

Die auf die Ware verwandte Arbeit muss gesellschaftlich nützliche sein; die Ware muss also Gebrauchswert sein. Das erfährt der Produzent aber erst im Austausch: »Die Teilung der Arbeit ist ein naturwüchsiger Produktionsorganismus.« (121).

·        Produktivität

·        Gesellschaftliches Bedürfnis

Die Unabhängigkeit der Privatarbeiten wird ergänzt durch ein »System allseitiger sachlicher Abhängigkeit« (122).

Im Austausch realisiert die Waren ihren Wert und das Geld seinen Gebrauchswert.

Das Gold streift seinen ursprünglichen Gebrauchswert ganz ab, weil es die Waren zu ihrer Wertgestalt und damit zu ihrer »verwandelten Gebrauchsgestalt« macht.

Der Kauf der einen Ware ist zugleich Kauf einer andren.

v)      Kauf

Die Schlussmetamorphose einer Ware ist zugleich der Beginn einer – oder meist vieler – neuen.

Geld ist die absolut veräußerliche Ware, hat aber doch eine Schranke, seine Quantität.

vi)    Der Gesamtprozess vollzieht sich in zwei entgegengesetzten Prozessen und hat zwei Agenten: Käufer und Verkäufer.

Der Warenbesitzer wechselt im Gesamtprozess die Rollen. Der Prozess hat vier Extreme und zwei Personen.

vii)  Der Gesamtprozess stellt sich als Warenzirkulation dar.

Die beiden Metamorphosen bilden einen Kreislauf. Es wird nicht wechselseitig getauscht, wie beim unmittelbaren Produktentausch. Das Geld wird beständig ›ausgeschwitzt‹ und wieder in den Kreislauf eingesetzt.

viii)      Die Zirkulation sprengt die Grenzen des unmittelbare Produktentauschs, indem die unmittelbare Identität der ungleichen Momente in Verkauf und Kauf gespalten wird.

Die innere Einheit stellt sich in einem äußeren Gegensatz dar. Darin liegt die Möglichkeit, oder Form der Krisen.

 

(b)   Umlauf des Geldes

i)       Das Geld ist in Umlauf.

Das Geld entfernt sich ständig von seinem Ausgangspunkt.

ii)     Das Geld dient als Zirkulationsmittel das den Austauschprozess vermittelt.

Die einseitige Goldbewegung, wenn sich der Preis einer Ware realisiert, entspringt der doppelseitigen Formbewegung der Ware.

Als Zirkulationsmittel ist das Geld ersetzbar.

iii)   Wie viel Geld wird benötigt?

Die benötigte Geldsumme hängt von den Preisen (des Goldes und der Waren), der Warenmasse und der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ab. In der Geschwindigkeit des Geldumlaufs erscheint die Geschwindigkeit des Formwechsels zwischen Waren.

(c)    Die Münze

i)       Die Münze

ii)     Das Wertzeichen

iii)   Papiergeld

iv)    Ersetzbarkeit

III. Geld

Als Geld funktioniert eine Ware, die in ihrer ›Leiblichkeit‹ erscheinen muss (die also nicht bloß vorgestellt wird) und allen andren Waren als Tauschwert gegenübersteht.

(a)   Schatzbildung

i)       Wenn das Gold den Stoffwechsel nicht mehr vermittelt, sondern ›festgehalten‹ wird, wird es zum Schatz.

ii)     Die Schatzbildung setzt Verkäufe ohne nachfolgende Käufe voraus.

(a)     »Alles wird verkäuflich und kaufbar.«

(b)    Die gesellschaftliche Macht wird zur Privatmacht der Privatperson.

(c)    Der Wert misst denn gesellschaftlichen Reichtum des Besitzers.

(d)    Geld ist qualitativ schrankenlos, aber quantitativ beschränkt.

iii)   Funktionen der Schatzbildung: a) eigentlicher Schatz und b) Reservoir für den Geldumlauf.

(b)   Zahlungsmittel

i)       Die Veräußerung der Ware wird von der Realisierung des Preises getrennt.

Der Verkäufer wird also Gläubiger, der Käufer Schuldiger. Das Geld wird Zahlungsmittel.

ii)     Das Geld ist Wertmaß und ideelles Kaufmittel.

a)      Erst zum Zahlungstermin geht das Geld wirklich in die Zirkulation.

b)      Der Zirkulationsprozess bricht mit der ersten Phase ab, das Geld wird zum Schatz.

c)      Das Geld vermittelt nicht mehr den Prozess der Warenmetamorphose.

d)      Geld wird immer benötigt. Es ist Notwendigkeit des Zirkulationsprozesses.

iii)   Die Bewegung des Zahlungsmittels drückte einen schon vorhandenen gesellschaftlichen Zusammenhang aus.

iv)    Der Widerspruch des Geldes besteht darin, dass es einerseits Maß der Werte, andrerseits aber »hartes Geld« ist, das als »selbstständiges Dasein des Tauschwerts« gerade nicht durch profane Waren ersetzbar ist.[6]

Dieser Widerspruch äußert sich in der Geldkrise.

v)      Die Gesamtsumme des umlaufenden Geldes = (Warenpreise + fällige Zahlungen + ausgleichende Zahlungen)/Zahl der Umläufe.

vi)    Im Kreditgeld zirkulieren die Schuldenzertifikate. Das Geld wird nicht nur mehr in der Zirkulation gebraucht, sondern zur »allgemeinen Ware der Kontrakte«.

vii)  Allgemeine Zahlungstermine

(c)    Als Weltgeld vermittelt das Geld den Stoffwechsel zwischen den Nationen.



[1] Vgl. 13/49ff; 42/99f, 137f, 119ff.

[2] Vgl. 13/69; 42/120.

[3] Vgl. 21/183; 25/186ff.

[4] Vgl. 16/119, 127f; 25/199ff.

[5] Vgl. 13/69ff; 16/249; 23/168f; 24/128ff, 26.3/84.

[6] Vgl. 42/130f, 160.